Die Entstehung der Posaunenchöre steht im Zusammenhang mit dem Pietismus. Die ersten Posaunenchöre gibt es im 18. Jahrhundert in der Herrnhuter Brüdergemeine. Im Zuge der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts werden in Ostwestfalen (Minden-Ravensberg) Posaunenchöre im heutigen Sinn gegründet, als ältester der von Jöllenbeck (1843). Pastor Eduard Kuhlo (1822-1891) und sein später berühmt gewordener Sohn, „Posaunengeneral“ und Reichsposaunenwart Johannes Kuhlo (1856-1941) gelten als die „Väter“ der westfälischen Posaunenchöre. Von Westfalen breiten sich die Posaunenchöre in ganz Deutschland aus. Organisatorisch gehören sie in den ersten Jahrzehnten den evangelischen Jünglingsvereinen (CVJM) an, die im „Reichsverband der evangelischen Jungmännerbünde Deutschlands“ zusammengeschlossen sind.
Die Posaunenchöre leisten auch eine musikalische Bildungsarbeit, die die Generationen zusammenführt. Nicht selten musizieren 10-Jährige neben 70-Jährigen im selben Chor nebeneinander. Trotz der fast unüberschaubaren Fülle der heutigen Bläserliteratur verschiedener Stilrichtungen bleibt die Choralmusik der Mittelpunkt der „Posaunenarbeit“. Das 1994 neu herausgegebene „Posaunen-Choralbuch“ verbindet alle Bläserinnen und Bläser in allen deutschen Posaunenwerken und -verbänden.Aufgaben und Einsätze
Aufgaben und Einsätze:
- Das Blasen bei Gottesdiensten und Gemeindefeiern, mit dem die Freude am Lob Gottes und am Evangelium gefördert werden kann.
- In Krankenhäusern, Altenheimen und anderen Einrichtungen als Teil der Verkündigung und Ausdruck der Lebensfreude. Dieser Dienst spricht gerade die einsamen und kranken Menschen an.
- Zur Unterstützung auf öffentlichen Veranstaltungen, bei Gottesdiensten im Grünen, auf Friedhöfen, auf öffentlichen Plätzen und Straßen.
- Zur Freude des Menschen auf Hochzeiten, Geburtstagen und Feierstunden.
Bei Konzerten und als Ausdruck der Freude am Musizieren, zur eigenen Erbauung und Freude, sich mit anderen für andere zu engagieren.